Matcha Kaufberatung

Matcha Kaufberatung

Warum kostet Matcha bis zu 3.849 € pro Kilogramm? Und warum findest du auch Produkte für 99 € pro Kilogramm im Supermarkt-Regal?

In diesem Artikel erfährst du den - vielleicht unerwarteten - Grund für die großen Preisunterschiede und ich gebe dir vier Profitipps, wie du die Qualität von Matcha ohne Zweifel bestimmst.
 
Inhaltsverzeichnis

 

Warum gibt es so große Preisunterschiede?

Der Matcha-Trend ist ungebrochen und aktuell gibt so viele unterschiedliche Matcha-Produkte und -Marken wie noch nie zuvor.

Alleine auf Amazon findest du 1.132 Produkte in der Kategorie Kaffee, Tee & Kakao.

Matcha Pulver auf Amazon
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Die Preise reichen dabei von 99 € pro Kilogramm, wie der Kumo Matcha auf Amazon.de, bis zu unfassbaren 3.489 € pro Kilogramm, wie der “Matcha Fumai” bei matchashop.de

Matcha Fumai
76,99 € für 20 g ergibt 3849 € für 1 Kilogramm.

Doch was machen die enormen Preisunterschiede aus?

Kurz und bündig sind es 3 Hauptgründe, auf welche ich im nachfolgenden Artikel eingehen werde:

  1. Matcha ist kein geschützter Name. Jeder kann Pulver aus Teeblättern mahlen und es als Matchapulver verkaufen. Daher gibt es aktuell die verwirrende Situation mit tausenden von Produkten.
  2. Unterschiedliche Region, unterschiedlicher Anbau und unterschiedliche Verarbeitung. “Matcha” aus China wird zumeist in großen Massen, mit starker Düngung und stärker industriell verarbeitet hergestellt, während in Japan viel Wert auf die Tradition, Bio-Anbau und die Beschattung vor der Ernte gelegt wird. Dadurch kann China natürlich größere Massen zu billigeren Preisen exportieren.
  3. Unterschiedlicher Geschmack aufgrund der Verwendung unterschiedlicher Blätter. Kleinere, jüngere Blätter schmecken feiner, während etwas größere, ältere Blätter mehr Bitterstoffe ausbilden.
 

1. Das Problem mit Matcha als Namen 

Matcha ist leider kein geschützter Name. Jeder kann aus Teeblättern Pulver mahlen und es als Matchapulver verkaufen. Daher gibt es aktuell die verwirrende Situation mit tausenden von Produkten. Im Jahr 2014 hat Japan einen Vorschlag bei der ISO-Kommission eingebracht, um einheitliche Produktions- und Qualitätsstandards festzulegen. Da die bürokratischen Mühlen langsam mahlen, ist aber noch nicht abzusehen, wann und in welchem Umfang ein Standard definiert wird.
 

2. Was ist der Unterschied von China-Matcha zu Japan-Matcha? 

Japan vs. China

Business Insider hat dazu einen interessanten Artikel geschrieben und macht auf die Problematik mit dem China-Matcha aufmerksam.
 
Denn China ist ja bekannt dafür, fast jedes Produkt zu kopieren, manchmal nach außen hin so gleich in der Erscheinung, dass selbst die Mitarbeiter in den Läden mit den kopierten Produkten glauben, es handle sich um das Originalprodukt.
 
So verwundert es nicht, dass mit der steigenden Popularität von japanischem Matcha auch China angefangen hat, eigenes Matcha-Pulver zu produzieren. Aber auch wenn der chinesische “Matcha” günstiger ist und mehr davon produziert wird, so ist er dennoch kein richtiger Ersatz für japanischen Matcha. Warum ist das so?
 
Die Teesträucher, aus denen in China “Matcha” produziert wird, werden nur ähnlich angebaut wie japanische Teesträucher, aber nicht genau gleich. Die chinesischen Teesträucher werden nicht immer unbedingt beschattet und die Blätter werden nach der Ernte in Pfannen erhitzt, um die Oxidation zu stoppen.

Matcha Anbau Beschattung
Hier siehst du die Beschattung vor der Ernte (Copyright:8803).
 
Zudem ist die Bodenbeschaffenheit in Japan generell gegenüber der Bodenbeschaffenheit in Südwest-China sehr viel anders. Man geht davon aus, dass auch das einen Einfluss auf die Qualität des Tees hat. Ähnlich wie du das vielleicht vom Wein kennst, wo die Lage, das Klima und die Beschaffenheit des Bodens eine sehr wichtige Rolle spielen.
 
Chinesische Tees standen zudem im Kreuzfeuer wegen ihrer potentiellen Gesundheitsgefährdung. Im Jahr 2013 wurden von Greenpeace 18 chinesische Tees getestet und in 12 Tees wurden verbotene hochgiftige Pestizide festgestellt. Japanische Matcha-Produzenten halten sich an wesentlich strengere Standards und Normen beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln.
 
Die Teeblätter, die zu Matcha verarbeitet werden, werden zudem in Japan auf Granitsteinmühlen langsam zu dem feinen Pulver vermahlen. Die Mühlen mahlen sehr langsam und produzieren nur etwa 30 Gramm Matcha pro Stunde. Nur so erreicht man den sehr sehr feinen Mahlgrad und bei der langsamen Mahlung entsteht keine Reibungshitze, die das Blatt verbrennen könnte.

Bei “Matcha” aus anderen Ländern werden jedoch häufig Keramikmühlen verwendet, bei denen 10 Kilogramm pro Stunde gemahlen werden und große Reibungshitze entsteht. So "verbrennt" das Teeblatt, wie man oft an der gelblich bis bräunlichen Färbung eines chinesischen Pulvers sieht. Keramikmühlen mahlen zudem bei weitem nicht so fein, wie die handgemachten Granitsteinmühlen in Japan. Die in Japan verwendeten Granitsteinmühlen werden von erfahrenen Steinmetzen in Handarbeit hergestellt. Hier ist eine jahrelange Erfahrung notwendig, um die Granitsteine so zu bearbeiten, dass sie für die Matcha-Produktion verwendet werden können.

Außerdem werden in Japan die Ästchen, Stengelchen und Blattrippen aus den Blättern entfernt werden und nur das "Blattfleisch" vermahlen. In China hingegen wird das ganze Blatt vermahlen. Dadurch ist der chinesische "Matcha" bitterer, weil die allermeisten Bitterstoffe in den Ästchen und Blattrippen sind.
 
Im Endeffekt schäumt der chinesische “Matcha” daher auch nicht so intensiv wie original japanischer Matcha und die Beschaffenheit des Pulvers ist eher sandig.
 
Als Fazit lässt sich festhalten: Die Art des Anbaus, der Ernte und der Verarbeitung ist das, was japanischen Matcha ausmacht. So lohnt es sich sicherlich, etwas mehr Geld für original japanischen Matcha auszugeben und dafür in den vollen Genuss des richtigen Matcha-Geschmacks, der langen Geschichte dahinter und vor allem der Qualität zu kommen.
 
Daher sollte man als Verbraucher immer darauf achten, dass man original japanischen Matcha einkauft.
 
Weiterführende Informationen:

 

3. Was ist der Unterschied zwischen Kochmatcha und Trinkmatcha?

Hier siehst du eine Teepflanze, an der unterschiedlich große Teeblätter wachsen.

Matcha Grade
 
Je jünger und je kleiner die Blätter sind, desto feiner ist der Geschmack. Je älter und je größer die Blätter sind, desto mehr "Herbe" bilden sich im Blatt. Daher teilt man die Blätter in unterschiedliche Grade ein.
 
Die vier Grade sind:
  1. Zeremoniegrad: Diese Qualität wird von den Japanern für ihre traditionelle Teezeremonie verwendet und nur sehr wenig davon wird exportiert (Im Jahr 2011 nur 2.400 Tonnen von 78.000 Tonnen). Dafür werden die jüngsten Blätter verwendet. In unseren Breitengraden ist diese Qualität sehr selten, wenn überhaupt erhältlich. Der Preisbereich bewegt sich hier von 1.000 € bis 4000 € pro Kilogramm.
  2. Klassischer Trinkgrad: Diese Qualität wird häufig exportiert und bei uns zum puren Genuss mit 80 Grad heißem Wasser verwendet. Der Geschmack ist fein. Der Preisbereich bewegt sich hier von 500 € bis 1.000 € pro Kilogramm.
  3. Smoothiegrad: Wenn du Matcha für Smoothies, Shakes und Lattes verwendest, dann brauchst die nicht unbedingt die beste Qualität mit dem feinsten Geschmack. Warum? Weil der Geschmack durch andere Zutaten und Früchte überdeckt wird. Es wäre schlichtweg Geldverschwendung. Die Inhaltsstoffe und der Gehalt an Koffein und Theanin sind genau gleich wie beim Zeremoniegrad. Der Preisbereich bewegt sich hier von 200 € bis 400 € pro Kilogramm.
  4. Koch-/Backgrad: Wenn du Matcha zum Kochen und Backen einsetzt, dann kannst du herberen Matcha aus größeren Teeblättern verwenden. Denn häufig wünscht man sich in der Küche nur die grüne Farbe. Manchmal will man auch einen kräftigeren Matcha-Geschmack, damit er sich gegen die anderen Zutaten durchsetzt. Auf jeden Fall werden beim längeren Erhitzen ein Großteil der Antioxidantien und Vitamine zerstört. Der Preisbereich bewegt sich hier von 100 € bis 300 € pro Kilogramm. 
Fazit: Da es von jungen, kleinen Blätter weniger gibt, sind sie natürlich preislich teurer. Aus den großen, etwas älteren Blättern lässt sich natürlich mehr Matcha herstellen, dadurch sind sie etwas billiger.
 

4 Tipps, wie du die Qualität von Matcha bestimmst 

Worauf solltest du achten, um einen qualitativ hochwertigen Matcha mit gutem Preis-Leistungsverhältnis zu kaufen?
 
1. Das Herkunftsland sollte Japan sein. Kaufe keinen “Matcha” aus China, da hier der traditionelle Matcha-Anbau nicht praktiziert wird. So werden zum Beispiel oft die Teeblätter vor der Ernte nicht beschattet, wodurch sie auch weniger Theanin und Antioxidantien ausbilden.
 
2. Je höher die Qualität, desto grüner ist das Pulver. Das lässt sich ganz einfach erklären. Denk einfach an Pflanzen oder Bäume: Die ganz jungen Blätter im Frühling sind knallgrün und die älteren Blätter im Sommer werden dann immer dunkler. Genauso ist es beim Matchapulver.
 
Matcha Farbe nach Grade

Der Zeremoniegrad von japanischem Matcha hat eine knallgrüne, leuchtende Farbe. Ein stark gedüngter und nicht beschatteter Matcha aus China hat hingegen einen blassen, braunen oder grauen Farbstich.
 
3. Je besser die Qualität, desto feiner ist der Geschmack und der Geruch. Für manche riecht Matchapulver nach Fisch oder Heu. Das sollte nicht der Fall sein. Weiterhin sollte der Geschmack feinherb sein, wobei du auch hier immer Rücksicht auf den entsprechenden Grad nehmen musst. Wenn du einen Koch-Matcha oder Smoothie-Matcha nur mit purem Wasser trinkst, dann wird er dir höchstwahrscheinlich nicht schmecken. Daran ist jetzt allerdings nicht der Matcha Schuld, sondern, dass du den Matcha falsch verwendest hast.
 
Übrigens: Ein original japanischer Matcha ist nie bitter. Er kann herb oder kräftig sein, aber nie bitter. Ist der Matcha bitter, ist es mit ziemlicher Sicherheit kein original japanischer Matcha.
 
4. Je besser die Qualität, desto mehr schäumt es beim Anrühren.
 
Was sagt der Schaum beim Matcha aus? Original japanischer Matcha wird in handgefertigten Granitsteinmühlen gemahlen. Dadurch ergibt sich eine sehr feine Korngröße. Zum Beispiel ist Matchapulver etwa zehnmal feiner als Mehl. Durch diesen aufwendigen Mahlprozess können nur 30 Gramm Matchapulver pro Stunde gewonnen werden. Eine Keramikmühle oder eine andere Mühle kann nie diesen feinen Mahlgrad erreichen. Das sieht man dann am Schaum, der sich in der Schale bildet.
 
Man kann daher sagen: Je langsamer gemahlen wird, desto feiner wird das Pulver, desto mehr Schaum entsteht beim Anrühren. Das ist unter anderem auch ein Grund, warum man nicht einfach einen grünen Tee aus dem Teeladen in seinem Mixer zuhause klein mahlen kann.
 
Hier siehst du den Vergleich: links hochwertiger Matcha aus Japan und rechts billiger Matcha aus China.

Matcha aus Japan vs. China mit Schaumbildung
 

Das Fazit: 4 Empfehlungen für jede Anwendung

Ist doch gar nicht so schwer mit dem Matcha, oder? Meine Empfehlung ist immer auf Bio Matcha aus Japan zurückzugreifen, egal, was du mit dem Matcha anstellen willst. Wo wir schon beim Punkt wären: Überlege dir vor dem Kauf unbedingt, wofür du den Matcha einsetzen willst: zum puren Genuss mit Wasser, als Ergänzung in Smoothies, als Matcha-Latter oder zum Kochen.

Mach auf keinen Fall den Fehler Smoothie-Matcha oder Koch-Matcha pur zu trinken, denn dafür ist er nicht gedacht und du bist dann sehr wahrscheinlich nicht glücklich. Wie gesagt: Jede Qualität hat seine Einsatzberechtigung.
 
Meine Produktempfehlungen für die unterschiedlichen Grade sind daher:  

Über den Autor

Fühlst du dich ständig müde? Oder fühlst du dich unwohl in deinem Körper. Dann helfe ich dir beim gesunden Abnehmen mit grünen Smoothies, sodass du wieder voller Energie durch den Tag gehst. Hallo, mein Name ist Roman Firnkranz. Alles begann mit einer 30-Tage-Challenge und einer Diplomarbeit zu grünen Smoothies im Jahr 2012, während meiner Ausbildung zum Ernährungstrainer. Mittlerweile habe ich ein Buch mit dem Titel „Meine grünen Smoothies“ geschrieben, GreenBodyRestart, das 12-Wochen-Grüne-Smoothies-Abnehmprogramm, ins Leben gerufen und den Roman Firnkranz Bio MATCHA für Smoothies auf den Markt gebracht.

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